Freitag, 9. August 2013

Maispaziergang


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Fotografischer Maispaziergang über die Sulzbachtalaue in Dudweiler

Hier gibt es die Fotogalerie

Über meinen gestrigen Spaziergang – 02. Mai 2013 – über die Sulzbachtalaue in Dudweiler habe ich ja bereits berichtet. Dabei habe ich mich auf den Graureiher konzentriert, der der absolute Topstar des Spaziergangs war.

Nun will ich aber doch zeigen, dass der Spaziergang weit mehr erbracht hat als nur wunderschöne Reiherfotos. Dabei beschränke ich mich auf Tierfotos und lasse die zahlreichen Pflanzenfotos außer Acht.

Wie die kleine Fotogalerie zeigt, konnte ich – neben dem Graureiher – gestern folgende Tiere fotografieren:

Am Teich im Wiesengrund entdeckte ich die Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula). Sie ist übrigens die allererste Libelle des Geburtsjahrgangs 2013, die mir begegnet ist. Die Winterlibellen, denen ich schon mehrfach in diesem Jahr begegnet bin, stammen alle noch aus dem letzten Jahr.

Das Froschfoto entstand ebenfalls am Teich im Wiesengrund.

Alle anderen Fotos entstanden unmittelbar auf der Sulzbachtalaue.

Zum Marienkäfer bedarf es keines Kommentars - stattdessen gebe ich hier mal einen → Lese-Tipp.

Auf Löwenzahnblüten tummelten sich Bienen
und Käfer – und die Fotos zeigen sehr schön, wie Blütenbestäubung funktioniert. Mein Blick in Parey's Buch der Insekten sagt: Der Käfer ist höchstwahrscheinlich ein Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta).

Die beiden Schmetterlinge – es handelt sich um einen Heidespanner und einen Gitterspanner – sind Nachtfalter. Tagfalter habe ich zwar auch einige gesehen (Tagpfauenauge, Weißlinge, Aurorafalter), aber alle waren nur im Flug, so dass es unmöglich war, sie zu fotografieren. Bei dem Heidespanner handelt es sich, wie man leicht sieht, um ein Männchen, denn nur Männchen haben diese imposanten Antennen, die dazu dienen, Geruchsmoleküle aufzufangen und auf diese Weise Weibchen aufzuspüren.

Ja und dann habe ich noch zwei Stockenten im Flug fotografiert und einen Raben.

Und zum Abschluss des kleinen Tierfotospaziergangs gibt es noch ein Graureiher-Foto.

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Stichwörter: Mai, Fotos, Fotogalerie, Tiere, Tierfotos, Graureiher, Insekten, Schmetterlinge, Schmetterlingsfotos, Heidespanner, Gitterspanner, Libellen, Libellenfotos, Frühe Adonislibelle, Pyrrhosoma nymphula, Frosch, Frösche, Biene, Käfer, Marienkäfer, Dudweiler, Sulzbachtalaue
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Sonntag, 28. Juli 2013

Der Brennende Berg in Dudweiler


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Der Brennende Berg
Naturschauspiel zwischen Dudweiler und Sulzbach, das schon den Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe faszinierte



Dieses Bild macht deutlich, dass der Brennende Berg tatsächlich mal mächtig gequalmt hat. Zeichnung von G. Arnould.
(Dudweiler Geschichtswerksatt, Band 5, Seite 17.)

Im Norden der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken findet sich im Sulzbachtal zwischen dem Stadtbezirk Dudweiler und der angrenzenden Gemeinde Sulzbach ein eindrucksvolles Naturschauspiel, das schon den Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe fasziniert hatte: der Brennende Berg.
Im Innern des Brennendes Berges befindet sich ein in Brand geratenes Kohleflöz, das seit mehr als 200 Jahren still vor sich hin kokelt, und dessen Rauchschwaden aus den Bergspalten austreten. Wenn man an eine Bergspalte heran tritt und die Hand in den austretenden Dampf hält, kann man sich durchaus die Finger verbrennen. Die Intensität ist allerdings heute wesentlich geringer als noch vor einigen Jahrzehnten. Damals, so wird berichtet, brachten Kinder bei Schulausflügen Eier mit, um sie in dem heißen Qualm zu sieden.

Naherholungsgebiet Brennender Berg
Der Brennende Berg ist der "Brennpunkt" eines Naherholungsgebietes, das im Rahmen des Projekts Urban II von der Europäischen Union (EU) gefördert wird. Im Rahmen erster Sanierungsarbeiten, die im Juli 2002 begonnen und im Januar 2003 abgeschlossen wurden, wurde die Zugänglichkeit zu dieser Sehenswürdigkeit deutlich verbessert.
Die ehemals verschlammten Wege sind begehbar, keine Pfütze hindert den Literatur- und Naturfreund mehr, ganz nahe an jenen Felsspalt heranzutreten, aus dem Goethe vor über 200 Jahren ein "schwefelartiger Geruch" entgegen wehte ... "Früher war hier alles voller Schlamm", erklärte Projektleiter Martin Derow auf dem Platz vor dem Denkmal, das an den Besuch Goethes erinnert. Denn der Boden, so Derow, bildete hier eine Art Kessel, in dem sich das Wasser staute, wodurch Fußgänger den Platz kaum betreten konnten. "Wir haben den Boden komplett abgetragen und mit einem unsichtbaren Entwässerungssystem trockengelegt", so Derow. Bei der Wiederherstellung des Platzes und der Wege seien "Materialien aus der Region" verwendet worden, die sich "optisch gut in den Wald einfügen". Auch das Holz für die Treppe, über die der Denkmalplatz von Sulzbach aus zu errreichen ist, stammt aus dem Sulzbacher Wald. Ziel sei es, so Derow, "touristische Aspekte ebenso zu berücksichtigen wie die Interessen von Forst und Naturschutz".
Alexandra Raetzer, Saarbrücker Zeitung, Nr.21, 25./26. Januar 2003, B3

Der Ausbau des Naturdenkmals Brennender Berg im Rahmen des Urban II Projektes soll 2006 abgeschlossen werden. Dabei sollen zahlreiche kulturhistorisch und industriegeschichtlich bedeutsame Stätten, die sich in unmittelbarer Umgebung befinden, integriert werden. Dazu gehört zum Beispiel der unterhalb des Brennenden Berges gelegene ehemalige Gegenortschacht auf dessen Gelände sich eine der schönsten Direktorenvillen des saarländischen Bergbaus befindet. Die nahe gelegene ehemalige Grube Hirschbach soll ebenso eingebunden werden wie die im Wald gelegenen so genannten Pingefelder, den Überresten aus der Zeit, in der die Kohlenflöze noch an der Oberfläche abgebaut werden konnten. Außerdem soll ein "Fledermausweg" angelegt werden, indem ehemalige Bunker als Rückzugs- und Habitatstellen für verschiedene Fledermausarten hergerichtet und mit Fußwegen verknüpft werden. Insgesamt soll durch eine behutsame Integration von naturgeschichtlich, kulturgeschichtlich und industriegeschichtlich bedeutsamen Stätten, welche auf die Belange des Umweltschutzes und des Naturschutzes Rücksicht nimmt, die touristische Attraktivität der Region erheblich gesteigert werden.

Johann Wolfgang von Goethe und der Brennende Berg
Im Jahre 1770 weilte Johann Wolfgang von Goethe im elsässischen Straßburg. Von dort aus unternahm er verschiedene Ausflüge. In Juni 1770 besuchte er auch die reichen Steinkohlegruben und die Eisen- und Alaunwerke in Dudweiler. Bei dieser Gelegenheit besichtigte er auch den Brennenden Berg. Seine Eindrücke über dieses Naturschauspiel schildert er in seinem bedeutsamen Werk Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit , das 1811 bei Cotta erschien (Zweiter Teil, zehntes Buch).
Wir hörten von den reichen Dutweiler Steinkohlegruben, von Eisen- und Alaunwerken, ja sogar von einem brennenden Berge, und rüsteten uns, diese Wunder in der Nähe zu beschauen ... Unser Weg ging nunmehr an den Rinnen hinauf, in welchen das Alaunwasser heruntergeleitet wird, und an dem vornehmsten Stollen vorbei, den sie die 'Landgrube' nennen, woraus die beühmten Dutweiler Steinkohlen gezogen werden ... Nun gelangten wir zu offenen Gruben, in welchen die gerösteten Alaunschiefer ausgelaugt wurden, und bald darauf überraschte uns, obgleich vorbereitet, ein seltsames Begegnis. Wir traten in eine Klamme und fanden uns in der Region des brennenden Berges. Ein starker Schwefelgeruch umzog uns; die eine Seite der Hohle war nahezu glühend, mit rötlichem, weißgebranntem Stein bedeckt; ein dicker Dampf stieg aus den Klunsen hervor, und man fühlte die Hitze des Bodens auch durch die starken Sohlen. Ein so zufälliges Ereignis, denn man weiß nicht, wie diese Strecke sich entzündete, gewährt der Alaunfabrik großen Vorteil, daß die Schiefer, woraus die Oberfläche des Berges besteht, vollkommen geröstet daligen und nur kurz und gut ausgelaugt werden dürfen. Die ganze Klamme war entstanden, dass man nach und nach die kalzinierten Schiefer abgeräumt und verbraucht hatte. Wir kletterten aus dieser Tiefe hervor und waren auf dem Gipfel des Berges. Ein anmutiger Buchenwald umgab den Platz, der auf die Hohle folgte und sich ihr zu beiden Seiten verbreitete. Mehrere Bäume standen schon verdorrt, andere welkten in der Nähe von andern, die, noch ganz frisch, jene Glut nicht ahndeten, welche sich auch ihren Wurzeln bedrohend näherte. Auf dem Platze dampften verschiedene Öffnungen, andere hatten schon ausgeraucht, und so glomm dieses Feuer bereits zehen Jahre durch alte verbrochene Stollen und Schächte, mit welchem der Berg unterminiert ist.


Erläuterungen
Zur Entstehung des Bergbrandes:
1668 sollen nach einer sagenhaft anmutenden Überlieferung durch das Übergreifen eines Hirtenfeuers auf die den Berg durchziehenden Kohlenflöze Schwelbrände entstanden sein. Wahrscheinlicher aber ist eine Selbstentzündung durch Druck und Zersetzung umfangreicher Haldenbestände, die infolge der damaligen "wilden Kohlengräberei" sich anhäuften. Durch die Ausdehnung des Haldenbrandes auf das dort zutage tretende Hauptflöz der Landgrube (Flöz Blücher) zog sich der unterirdische Brand von der Dudweiler Seite während eines Zeitraums von mehr als hundert Jahren über den Berg in Richtung Neuweiler. Anfängliche Löschversuche mit Wasser hatten einen gegenteiligen Erfolg, und nachdem die Alaungewinnung begonnen hatte, war man sogar auf Erhaltung und Lenkung des unterirdischen Feuers bedacht. Aber auch diese Unternehmungen waren erfolglos. Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts waren Glut und Rauchentwicklung so stark, daß der Name brennender Berg seine Berechtigung hatte, aber bereits 1777 wird in einem zeitgenössischen Bericht von einem Abflauen des Brands berichtet; eine offene Flamme war übrigens nie zu sehen, wohl aber durch Spalten und Runsen die Glut des schwelenden Flözes. Durch den Brand wurden die hangenden Tonschiefer mit ihren kohligen Bestandteilen einem Röstungsprozeß unterworfen, der die Grundlage für die Alaungewinnung bildete.

Quelle: Schuto, M. (1977). Neue Wirtschaftszweige - Alaunhütten, Kokserzeugung, Sudhaus. In: Dudweiler 977 - 1977. Hrsg.: Landeshauptstadt Saarbrücken Stadtbezirk Dudweiler. Saarbrücker Zeitung Verlag, Saarbrücken, 1977, S.228.

Alaun: Aus dem Lateinischen alumen. Doppelsulfat, ursprünglich nur für Kalialaun gebraucht. Salz, das schon den alten Ägyptern bekannt war. Findet Verwendung als blutstillendes Mittel (Alaunstift), in der Gärberei und Färberei als Beizmittel, in der Papierfabrikation als Leimmittel (nach dtv-Brockhaus-Lexikon).

In Dudweiler bestanden 1728 zwei Alaunwerke, die jährlich über 600 Zentner Alaun lieferten, das zu Herstellung von Farben und Salmiak genutzt wurde. 1765 ließ Fürst Wilhelm Heinrich für 21.000 Gulden ein neues Alaunwerk errichten.

Quelle:
Dudweiler 977-1977. Hrsg.: Landeshauptstadt Saarbrücken Stadtbezirk Dudweiler. Saarbrücker Zeitung Verlag, Saarbrücken, 1977, S.486.

Der Brennende Berg 2003


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Stichwörter
Brennender Berg, Dudweiler, Sulzbach, Goethe, Steinkohlen, Alaun, Bergbau, Naturschauspiel
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Bannstein am Dudweiler Rathaus


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Der Bannstein am Dudweiler Rathaus
Ein kaum beachteter Zeitzeuge der Dudweiler Geschichte



An der Sulzbachtalstraße in Dudweiler findet sich im Hof des Rathauses ein alter Zeitzeuge der Dudweiler Geschichte, der vermutlich kaum Beachtung findet. Dabei handelt es sich um einen alten Bannstein, der vor fast 400 Jahren die Grenze zwischen Dudweiler und Scheidt markierte. Gefunden wurde er in den 60er Jahren als in Dudweiler Süd die Bauarbeiten zum Autobahnanschluss durchgeführt wurden. Sein heutiger Standort hat selbstverständlich nichts mit seinem ursprünglichen Standort gemein.
Auf der Seite, die der Sulzbachtalstraße zugewandt ist, sind im oberen Teil des Steines die Jahreszahl 1620 und die Initialen TW erkennbar. Im unteren Teil findet sich die Inschrift TVTWELEREN BANN (Dudweiler Bann).
Auf der Rückseite, die dem als Parkplatz genutzten Hof zugewandt ist, findet sich oben ein S und unten die Initialen SCT. Aus der Tatsache, dass diese Inschriften deutlich weniger schmuckvoll sind als die "Vorderseite", kann man wohl schließen, dass der Künstler bzw. die Auftraggeber aus Dudweiler kamen.

Das Jahr 1620 steht übrigens am Beginn einer ganz besonders schrecklichen Zeit. Der Dreißig Jährige Krieg hatte gerade begonnen und er sollte für Dudweiler zur Katastrophe werden.
Im Jahre 1628 wurden in Dudweiler außer dem Pfarrer, dem Schulmeister und dem Meier 35 Untertanen, d.h. Haushaltungen und Hirten gezählt; also etwa 200 bis 250 Einwohner. Im 30jährigen Kriege rückte kaiserliches Kriegsvolk in das Saarbrücker Land ein und brandschatzte die Bewohner. In Dudweiler lag im Jahre 1627 Oberstleutnant Orsbeck von einem Kratzischen Regiment im Quartier. 1635 rückte General Gallas als Feind in das Land ein, und seine Leute richteten große Verwüstungen an. Damals starb Dudweiler fast ganz aus; es sollen nur 2 bis 4 Untertanen übrig geblieben sein. ... Wie schwer Dudweiler in der Kriegszeit gelitten hatte, davon gibt das Renovatur-Protokoll vom Jahre 1686 ein ergreifendes Zeugnis. ... In dem Dorfe wohnten 15 Untertanen ... Es ist ein trostloses Bild, das wir diesem Bericht entnehmen. Von 37 Häusern werden 24 als Steinhaufen oder als öde und unerbaut bezeichnet. Außerhalb des Dorfes war viel Wildnis, die erst ausgestockt werden mußte.
(Ruppersberg, 1923, S.19-22)



Der alte Bannstein am Rathaus Dudweiler

Bannstein am Rathaus von Dudweiler.
Für all jene, die gar nicht wissen, wo der Bannstein steht: Rote Markierung am rechten Bildrand beachten.
Das Foto zeigt die Ecke Rathausstraße / Sulzbachtalstraße, Blickrichtung Saarbrücken.


Bannstein am Rathaus Dudweiler.
Im oberen Teil der "Dudweiler Seite" finden sich die Inschriften 1620 und TW.


Bannstein am Rathaus Dudweiler.
Der untere Teil der "Dudweiler Seite" trägt die Inschrift TVTWELEREN BANN (Dudweiler Bann).


Bannstein am Rathaus Dudweiler.
Die "Rückseite" zeigt oben das Initial "S" und unten "SCT". Ansicht vom Hof der Rathauses auf die Sulzbachtalstraße (im Hintergrund "Grobe's Versteck").

Anmerkungen
Schabert und Saam berichten in "Dudweiler Akzente" folgendes:
Während der Vorbereitungen für die Festwoche [gemeint ist die 1000-Jahr-Feier von Dudweiler im Jahre 1977] wird auch der von Karl Bickelmann bei der Auffahrt an der Beethovenstraße aufgefundene alte Grenzstein mit der Jahresangabe 1620 und der Beschriftung "Tutweleren Bann", der im Alten Turm provisorisch abgestellt worden war, auf der kleinen Rabatte zwischen Rathaushof und dem Bürgersteig der Sulzbachtalstraße neben der von der Uhrmacherinnung des Saarlandes gestifteten und dem Künstler Gores gestalteten Sonnenuhr aufgestellt.
Schabert und Saam, 1984, S.11.

Quellen
Ruppersberg, A. (1923). Geschichte der Gemeinde Dudweiler. Saarbrücken: Gebrüder Hofer.
Schabert, J.G. & Saam, R. (1984). Dudweiler Akzente. Zeichnungen und Betrachtungen von J. Gottfried Schabert und Rudolf Saam. Ensheim: repa-Druck GmbH.

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Stichwörter:
Bannstein, Grenzstein, Grenzmarkierung, Dudweiler, Geschichte, Saarland, Rathaus, Grenzstein
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Wetzrillen am Alten Turm in Dudweiler


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Wetzrillen
Spuren mittelalterlicher Bräuche an der alten Kirchhofsmauer am Alten Turm in Dudweiler



Wetzrillen an der Kirchhofsmauer beim Alten Turm in Dudweiler

Der Alte Turm mit der alten Kirchhofsmauer. Im Hintergrund Turmschule
Der Alte Turm aus dem frühen 14. Jahrhundert ist das älteste Gebäude Dudweilers. Neben dem Turm selbst sind auch noch Reste der alten Kirchhofsmauer erhalten (die aber wohl früher höher war als heute). Einige der dachförmigen Decksteine weisen deutlich sichtbare "Wetzrillen" auf, deren ursprüngliche Bedeutung noch nicht eindeutig geklärt ist.

Bei Jüngst-Kipper und Jüngst (1990) finden sich hierzu folgende Ausführungen:
Erhalten sind aber noch die dachförmigen Decksteine der alten Mauer. Auf ihrer Oberseite finden sich heute noch zahlreiche sogenannte "Wetzrillen", Spuren eines oder mehrerer, noch nicht restlos geklärter Bräuche. Solche Wetzrillen gibt es meist an Kirchenportalen, Burgtoren und an Kirchhofmauern. Die für uns einleuchtendste Deutung bietet Rug [1983]. Danach sind es Spuren eines symbolischen Rituals des Frieden-Gebietens. Bis zum Ausgang des Mittelalters trug auch der einfache Mann, wenn er über Land ging, den Gottesdienst besuchte oder zum Tanzen und Feiern ging, wie auch zum Gerichtstag - ob Hoch- oder Dorfgericht - seine Seitenwaffe. Wenn er nun einen kirchlichen Raum betrat, wo Gottesfriede geboten war, oder ein Gerichtsareal, wo Landfriede geboten war, so fuhr er mit der Waffe durch eine solche Rille zum Zeichen, daß für diesen Ort und diese Zeit seine Wehr stumpf sein solle. Daß man sich nur symbolisch entwaffnete, kann mit einer ständig gebotenen Verteidigungsbereitschaft auch in solchen wehrhaften Kirchen zusammenhängen. Diese Deutung schließt nicht aus, daß beim Verlassen des befriedeten Bezirks die Waffen wieder - und dies nun nicht nur symbolisch sondern tatsächlich - geschärft wurden.
(Jüngst-Kipper & Jüngst, 1990, S. 21)

Andere Deutungen von Wetzrillen hat Jan Selmer (Betreiber einer hoch interessanten Webseite hat uns zum Thema Wetzrillen) mitgeteilt:
Der Deutungsversuch und auch der Artikel von Rug ist mir bekannt. Ich halte ihn jedoch für sehr unwahrscheinlich, denn die Innenseite der meisten Wetzrillen ist in einer Art glattgeschliffen, um nicht zu sagen poliert, wie es m.E. kaum mit einer eine Klinge gelingen würde. Außerdem spricht auch die Form der meisten Wetzrillen und -näpfe an Mauerwerk gegen diese Möglichkeit (zu kurz und tief). Die Wetzrillen kommen auch an vielen Profanbauten vor. Wozu sollte man etwa an der Innenseite der Nürnberger Stadtmauer oder am Pranger und Rathaus in Alsfeld seine Klinge entschärfen? Weitere Beispiele für Profanbauten: Marksburg, Juleum, und auch außerhalb des christl. Kulturkreises: Luxortempel, Menhire ...
Einige mir bislang bekannte Deutungsvarianten: Schärfen bzw. Entschärfen von Waffen (Näpfe: durch Drehen von Speer, Pfeil- und Hellebardenspitzen), Gewinnung von Steinmehl zum Schutz gg. Krankheiten, bösen Blick etc., gemeinsames Kerbenschlagen nach Hochzeiten durch Mitglieder der beiden beteiligten Familien, Entzünden des Osterfeuers durch rotierende Holzscheiben, Zuspitzen von Schreibgriffeln, Bußübungen (Drehen des Fingernagels bis es ordentlich schmerzt) bzw. Reiben des Fingernagels in Näpfchen durch stolze Väter nach der Geburt usw.
Letztlich scheint es sich um einen Brauch zu handeln, der in der frühen Neuzeit (ich schätze mal etwa im späten 16. / frühen 17. Jh.) in Vergessenheit geriet, vorher aber so gewöhnlich bzw. banal war, daß es niemand für nötig hielt, darüber auch nur einen Satz niederzuschreiben ...
Beste Grüße, Jan Selmer.
(email vom 29. April 2003)


Quellen
Jüngst-Kipper, H. & Jüngst, K.L. (1990). Einwohner von Dudweiler und Jägersfreude vor 1815. Familien und Sozialgeschichte. Familienbücher des Sulzbachtales. Band 1. Saarbrücken: Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für Saarländische Familienkunde e.V.
Rug, K. (1983). Wetzrillen an Kirchen und Stadttoren an der unteren Saar. Unsere Heimat, 1983(2), 59-67.

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Stichwörter:
Wetzrillen, Dudweiler, Alter Turm, Kirchen, Mittelalter, Bräuche, Brauchtum, Friedhof, Friedhofsmauer

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Mythos Blond


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Mythos Blond – Mythos – Blond – blondes Haar – Blondmythos – Begrifflichkeit – Begriffserläuterung – Haarfarben – Blondhaar

Mythos Blond – Zur Begrifflichkeit
© PD Dr. Ronald Henss


Wenn von der Haarfarbe Blond die Rede ist – und das ist nicht selten der Fall -, dann geschieht dies häufig in der Verbindung “Mythos Blond”. Mit dieser Rede, die längst zu einem geflügelten Wort geworden ist, soll in der Regel klargestellt werden, dass blondes Haar etwas Besonderes ist.

Zum Mythos-Begriff
Der Begriff “Mythos” oder auch “Mythus” hat verschiedene Verwendungen, die zum Teil sehr Unterschiedliches bezeichnen.

Zum einen versteht man unter “Mythos” eine “große Erzählung” wie wir sie in überlieferter Dichtung, Sagen, Märchen und dergleichen finden. Hier geht es um kulturell überlieferte Weltdeutungen, um Götter, Geister und Dämonen, um Vorstellungen über die Entstehung der Welt und der Erschaffung des Menschen.
Zum anderen kann “Mythos” Begebenheiten, Personen oder Sachen bezeichnen, die aus verschwommenen, auch irrationalen Vorstellungen heraus verherrlicht werden und einen legendären Status erhalten.
Und schließlich kann mit “Mythos” auch eine völlig falsche Vorstellung, ein Ammenmärchen bezeichnet werden. Dann findet man den Begriff oft in der Wendung “XYZ — Mythos oder Wahrheit?”

Mythos Blond
Wenn vom “Mythos Blond” die Rede ist, dann ist wohl kaum die “große Erzählung” gemeint, die eine kulturelle Weltdeutung liefert. Dazu ist die Haarfarbe sicherlich nicht in der Lage. Wahrscheinlich geht es dabei auch nur selten um die Interpretation “Ammenmärchen”.

Wenn vom “Mythos Blond” die Rede ist, dann geht es sicherlich zumeist darum, dass blondes Haar (in aller Regel blondes Frauenhaar) einen herausragenden Status besitzt und oftmals in besonderer Weise verherrlicht wird. In diesem Sinne ist die Verwendung durchaus angebracht. Die Haarfarbe Blond besitzt in mancherlei Hinsicht einen Sonderstatus. Sie sticht ins Auge, sie besitzt in wirtschaftlicher Hinsicht große Bedeutung und sie ist mit verschiedenen Wahrnehmungen und Beurteilungen — positiven und negativen — verknüpft.



Literatur

Balabanova, S. (1993). … aber das Schönste an ihr war ihr Haar, es war rot wie Gold … Haare im Spiegel der Kultur und Wissenschaft. Ulm: Universitätsverlag Ulm.
Bergler, R. & Hoff, T. (2001). Psychologie des ersten Eindrucks. Die Sprache der Haare. Köln: Deutscher Instituts-Verlag.
Burkart, B. (2000). Zwischen Körper und Klasse. Zur Kulturbedeutung der Haare. In: Koppetsch, C. (2000). Körper und Status. Zur Soziologie der Attraktivität. Konstanz: Universitäts-Verlag Konstanz.
McCracken, G. (1997). Big Hair. Der Kult um die Frisur. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.
Phillips, K. (1999). Blond. Glamour, Glanz und helle Köpfe. Berlin: Nicolaische Verlagsbuchhandlung.

© Alle Rechte beim Autor. Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.

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eBook: Die grasgrünen Haare. Ronald Henss

Eine humorvolle Kurzgeschichte zum Thema Haarfarbe

Ronald Henss
Die grasgrünen Haare

Dr. Ronald Henss Verlag
eBook Amazon Kindle

Samstag, 27. Juli 2013

Die Wunschfee

Die Wunschfee
© Hans Seldron

Ach stellte mir doch einmal nur
'ne Fee drei Wünsche frei!
Ich wünscht' mir langes blondes Haar
wie die Loreley.
Dazu eine Traumfigur
wie die Claudia Schiffer.
Schließlich noch als Kontostand
'ne siebenstell'ge Ziffer.

Doch leider ist mein Haar ergraut
und viele Jahr schon schütter,
das Konto lang schon aufgebraucht
und ich werd' ständig dicker.



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Stichwörter:
lustiges Gedicht, Dicke, Dickengedicht, Fett, Fettengedicht, Wunschfee, Humor


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Fettes Volk

Fettes Volk
© Hans Seldron

Landauf, landab grassiert die Seuche,
dicke fette Männerbäuche
und grotesk verformte Leiber
unsäglich monströser Weiber,
Kinder, die drei Zentner wiegen,
beim Gehen keine Luft mehr kriegen.
Dieses Volk - was gilt die Wett -
geht zugrund an seinem Fett.



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Stichwörter
Dicke, Dickengedicht, Fett, Fette, lustiges Gedicht, Fettes Volk, Fettsucht

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Genuss und Reue

Genuss und Reue
© Hans Seldron


An geheimen Orten,
ich suchte gar nicht lang,
fand stets ich leckre Torten,
die gierig ich verschlang.

Doch weh allem Genusse!
Kurz währte nur das Glück.
Zu meinem Verdrusse
bin ich nun rund und dick.




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Stichwörter:
lustiges Gedicht, Humor, Dicke, Dickengedicht, Essgedicht, Fressgier

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Freitag, 26. Juli 2013

Der Banker

Der Banker
© Ronald Henss

Sein Sinn ist vom Studieren der Bilanzen
so scharf geworden, dass ihm nur noch eines zählt.
Er schwebt im Universum der Finanzen
und die Milliarde ist der Baustein seiner Welt.

Er treibt die Gier-Spirale,
die sich entfesselt schnell und schneller dreht,
bis er mit einem Male
auf einem Trümmerhaufen von Billionen Schulden steht.

Dann eilt der Staat zu Hilfe
und von der Bürger Geld
zahlt er Millionen-Boni --
schon ist für den Banker sie wieder heil, die Welt.



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Stichwörter
Gedicht, Banker, Bankergedicht, Boni, Milliarden, Finanzen, Geldgier, Bonuszahlungen

Der Osterhase und die Saarschleife bei Mettlach

Der Osterhase und die Saarschleife bei Mettlach
© Ronald Henss

Als der Osterhase
ins Saarland kam,
erkundigte er sich
als Erstes
nach dem Weg nach Mettlach.
Wollte er doch
in diesem Jahr
mal eine Saarschleife
um die Eier binden.



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Stichwörter
Gedicht, lustiges Gedicht, Ostergedicht, Osterhasengedicht, Saarschleife, Mettlach, Ostereier, Ostereiergedicht

Die Herren der Welt

Die Herren der Welt
© Hans Seldron

Sie glauben,
sie sind die Größten,
die Herren der Welt.
Sie vernichten Milliarden
und kassieren Millionen.
Ja, sie haben Recht:
Sie sind die Größten,
die Herren der Welt.



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Stichwörter
Gedicht, Millionen, Milliarden, Herren der Welt, Geldgier, Banker

Omama

Grand Prix der Volksmusik 2004
© Ronald Henss

Beuge dich vor grauem Haar
sprach zu mir die Omama.
Und ich beugte mich vor ihr.
Hundert Euro gab sie mir.

Die hundert Euro steck ich ein.
Dank dir, liebstes Omilein.
Morgen komm ich wieder her.
Dann gibt's hoffentlich noch mehr.


Herzlichen Glückwunsch an die Ladiner, die heute (04. September 2004) mit ihrem Lied "Beuge dich vor grauem Haar" beim Grand Prix der Volksmusik 2004 den ersten Platz belegt haben.



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Stichwörter
Gedicht, lustiges Gedicht, Grand Prix, Volksmusik, Ladiner, Oma, Omama

Der große Sturm

Der große Sturm
© Manfred Schröder

Riesig dunkle Weiber
mit Brüsten übervoll.
Wälzen ihre Leiber
und gebärden sich wie toll.

Längst haben sie verschlungen
der Berge Überzahl.
Schon kommen sie gedrungen
ins versteckte Tal.

Ein letztes, grelles Blitzen,
ein letzter Donnerhall.
Derweil die Menschen sitzen
wie Schafe, eng im Stall.

Dann brechen Himmelsschranken
und Urquell stürzt herab.
Lässt die Häuser wanken
in einem Wassergrab.



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Stichwörter
Gedicht, Wetter, Gewitter, Gewittergedicht, Wettergedicht, Sturm, Sturmgedicht

Nymphen-Kuss

Nymphen-Kuss
© Ronald Henss

Als ich sie an der Küste küsste
fragte sie, woher ich wüsste
wie man an der Küste küsst,
weil das doch ein Geheimnis ist.

Ich sagte, dass ich gar nicht wüsste
wie man an der Küste küsste.
Hätt sie einfach nur geküsst
weil sie ne sexy Nymphe ist.



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Stichwörter:
Gedicht, lustiges Gedicht, Kuss, Nymphen-Gedicht

Liebesgedicht

Was ich mag
© TaBu

Dein Gesicht.
Deine Sommersprossen.
Dein Haar.
Dein Lachen.
Deine Haut.
Dass du mein Interesse am
Fotografieren teilst.
Dass du in das Eis auf der
Heckscheibe meinen Namen
und ein Herz geritzt hast.
Dass du sehr ernsthaft sein
kannst.
Dass es mir nicht möglich
sein wird, dich zu be-
herrschen.
Wenn du deinen Arm
bei mir einhakst.
Wenn du Musik machst.
Ich kann mich mit dir
unterhalten --
Ich kann mit dir reden.
Ich schlafe gerne mit dir.
Die meiste Zeit
liebe ich dich.



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Stichwörter:
Gedicht, Lyrik, Poesie, Liebesgedicht